Manchmal beginnt Kunst nicht mit einem großen Plan, sondern mit Zeit.
Zeit zum Schauen, zum Erinnern und zum Neuentdecken.
Meine Werke greifen alltägliche Motive auf und lassen bewusst Raum für eigene Wahrnehmung. Sie erzählen nicht, sie deuten an und laden zum Verweilen ein – und öffnen dabei Räume für eigene Gedanken und Erinnerungen.
Im Rahmen der ORTSZEIT-Ausstellung 2026 Freiheit werden drei Werke gezeigt, die geläufige Szenen aufgreifen und ihnen wurde eine eigene Bildsprache verliehen.
Reduzierte Formen, kräftige Farben und bewusste Vereinfachung öffnen Raum für Interpretation.
Die Motive wirken vertraut – und entziehen sich zugleich einer eindeutigen Leseart.
Genau darin liegt ihre Stärke.
FREIHEIT
Drei Bilder. Drei Situationen. Und eine Frage, die sich nicht eindeutig beantworten lässt.
Die Arbeiten entstehen aus Beobachtungen des Alltäglichen. Menschen, Tiere und Orte werden nicht realistisch abgebildet, sondern bewusst reduziert. Durch diese Vereinfachung rücken Haltung, Stimmung und Beziehung in den Vordergrund.
Freiheit zeigt sich dabei nicht laut oder heroisch, sondern still, persönlich und vieldeutig.
Freiheit zeigt sich hier nicht als großes Versprechen, sondern als leiser Moment: im gemeinsamen Sitzen, im Unterwegssein, im Dazwischen.
Die Arbeiten laden dazu ein, Freiheit nicht zu definieren, sondern sie zu betrachten – und vielleicht im eigenen Erleben wiederzufinden.
DIE WERKE
Der dicke Waldemar *
Freiheit als Instinkt.
Ein Tier in Bewegung, kraftvoll und unbeirrt.
Der dicke Waldemar wirkt gleichzeitig schwer und lebendig, ruhig und entschlossen. Die klare Farbigkeit und die vereinfachte Form verleihen dem Motiv eine fast spielerische Präsenz.
Freiheit erscheint hier als Selbstverständlichkeit:
kein Zögern, kein Erklären. Einfach sein. Einfach gehen.
Plage de Piémanson
Freiheit zwischen Weite und Rückzug.
Ein Strand, ein Gebäude, ein Horizont.
Die Szene ist offen, weit, fast still. Linien und Farbflächen strukturieren den Raum, ohne ihn einzuengen. Das Haus steht da – als Schutz oder Grenze, als Zuflucht oder Fixpunkt.
Plage de Piémanson zeigt Freiheit als Raum: das Draußen, das Unbestimmte, das, was vor uns liegt.
Eine Einladung zum Verweilen oder zum Weitergehen.
Treffpunkt Doaglalm
Freiheit in Gemeinschaft.
Ein Ort der Begegnung.
Menschen sitzen zusammen, scheinbar verbunden durch Nähe – und doch bleibt jede Figur für sich. Gesichter sind angedeutet, Individualität tritt zurück. Was bleibt, ist das gemeinsame Dasein.
Treffpunkt Doaglalm erzählt von Freiheit als Gemeinschaft: freiwillig zusammenzukommen, zu bleiben oder zu gehen. Der Tisch wird zum Zentrum, aber nicht zum Zwang. Nähe entsteht, ohne festzuhalten.
ÜBER MICH
Nach meiner Zeit als Ingenieur begann ich im Ruhestand zu malen, frei von Zeitdruck und Zielvorgaben.
Die Malerei ist für mich kein Neuanfang, sondern eine Fortsetzung: ein anderes Arbeiten mit Linien, Flächen und Beziehungen.
Meine Werke entstehen aus Beobachtungen des Alltäglichen – Menschen, Tiere, Orte – und aus der Freiheit, keine Erwartungen erfüllen zu müssen. Ich verzichte bewusst auf Detailtreue zugunsten von Stimmung und Haltung.
Mein beruflicher Hintergrund prägt meine Arbeiten bis heute: Mit meinem geschulten Blick für Struktur, Form und Zusammenhänge, entwickle ich eine eigene Bildsprache: reduziert, farbstark und klar.
Die Malerei wird so zu einer neuen Form des Denkens – mit Farbe statt mit Formeln.
Bei Interesse an einem Werk oder bei Fragen freue ich mich über eine Kontaktaufnahme per Mail über:
jrisch[at]t-online.de
Die Ausstellung Ortszeit ist von 23.01.2026 bis 15.11.2026 an verschiedenen Orten zu sehen:
Kunstverein Oberer Neckar in Horb
23.01.2026 bis 15.03.2026
Sa + So 14 – 18 Uhr
Schloss Neuenbürg
27.03.2026 bis 10.05.2026
Fr + Sa 13 – 18 Uhr
So 10 – 18 Uhr
Landratsamt Calw
11.06.2026 bis 30.08.2026
Mo 08 – 13 Uhr, 14 – 16 Uhr
Di 14 – 16.30 Uhr
Do 13.30 – 18 Uhr
Pforzheim Galerie
25.09.2026 bis 15.11.2026
Mi + Sa 14 – 16 Uhr
So 10 – 17 Uhr
Jochen Risch
jrisch[at]t-online.de
Jochen Risch. 2026. All rights reserved
*Der Titel „Der dicke Waldemar“ ist eine Hommage an das gleichnamige
Buch „Freunde“ von Helme Heine und stellt keine Bezugnahme dar.